Für mich, als Deutscher und Frankreich-Liebhaber, war es etwas GANZ BESONDERES, endlich dort auf der halben Brücke MEINE deutschen Lieblingslieder zu singen. – Es waren Lieder, die mein Innerstes nach Außen kehrten. – Lieder, die keine „Kinderlieder“ mehr waren. – Und, ja, Lieder, die, als Operetten, längst nicht mehr im Puls der Zeit bzw. á la Mode waren.

Ich sang frei nach Joseph Schmidt die Stücke „Ein Lied geht um die Welt“ und „Heut ist der schönste Tag in meinem Leben“. – Und dann nach der Melodie von Richard Tauber „Freunde, das Leben ist lebenswert“

Ich konnte und durfte, ja, all das singen, denn ich war alleine. – Alleine auf dieser wunderbaren, halben Brücke! …

Und daher ergänzte ich noch mein Glücksgefühl mit dem Joseph Schmidt Evergreen „Wenn du jung bist, gehört dir die Welt“. …

Da war KEIN Publikum um mich herum. Avignon schien wie ausgestorben!… – Vielleicht kein Wunder, so dachte ich mir, überall herrscht ja diese CORONA-Pandemie und die Menschen, sterben, nach den Statistiken zu urteilen, ja schon fast wie Eintagsfliegen. …

Aber ICH stehe hier auf der halben Brücke. Ich versuche, wie lächerlich, mich nicht beim Luft-holen zu verschlucken, um nicht zu husten. Und dann springe, tanze und singe ich, frohgemutes und mit ganzem Glücksgefühl meine Lieder in den blauen Himmel über mir!…

Ich Singe, singe all die Lieder die es wert sind gesungen zu werden. All diese Lieder, die ich schon immer einmal, nicht nur im Bauch, im Kopf, sondern auch im eigenen Ohr und mit meiner eigenen Stimme als betörenden Klang HÖREN wollte. …

Ich singe, ich sang – alle diese Lieder, die die Menschen immer wieder singen sollten, um nicht zu vergessen, wie schön diese Welt doch ist. – Ganz egal, ob in der Heimat, hier in Köln, oder in Frankreich dort, etwa in Avignon. …

Als mein Glücksgefühl am Grössten schien, erwachte ich. – Doch mein reeller Plan für Avignon steht. Die Reise und das Hotel sind gebucht. Mein Kurzurlaub wird MEIN ganz eigenes, und nicht nur „Klang“-Erlebnis werden. – Ich werde ganz bestimmt das Original dieses Brücken-Liedes dann LIVE auf dieser halben Brücke hören können. – Ich werde mich auf dieser Brücke dann, ganz überglücklich, ganz weit in den Himmel strecken und vielleicht ganz laut „HURRA, Ich lebe noch!…“ schreien!? …

Und singen und tanzen werde ich, vielleicht dann sicher, doch nur auf Einladung von Jemandem. – Aber ich weiß es jetzt schon: ich werde mindestens genauso glücklich sein, wie in meinem schönen Traum! … 🙂

In dieser Stadt, die den Mut aufbrachte und sich einst sogar GEGEN den römischen Papst wandte und deren selbst noch „halbierte“ Brücke für etwas steht, was ein Jeder heute braucht, und das mehr denn je, nämlich: Hoffnung und Zuversicht! …

Und dabei wird es ganz egal sein, ob ich UNTER oder AUF oder einfach mit dem ganzen Herzen SCHWEBEND im Himmel ÜBER der Brücke tanzen werde! …

Denn: Eines weiß ich dann: „Mensch, hurra, ICH, ja, ich lebe noch!…“    🙂