ja, … während ICH dieses Chaos am, um und unter dem Mittagstisch beseitige. – „Ja, kein Wunder, dass Du nicht satt wirst…“ so dachte ich mir, als ich den Stuhl von unserer knapp 15 Monate alten Sonia säuberte.

Auf dem Stuhl, unter dem Tisch und überall drum herum, fand ich DIE Nudeln, welche eigentlich in ihrem Bäuchlein hätten landen sollen. Na ja, trotzdem schläft sie heute sicherlich auch schnell ein.

So wie schon der gleichaltrige, kleine Johnny, der bereits fast mit dem Kopf im Teller, die Augen wie in Zeitlupe verschließend, seinen Teller schier als Kopfkissen benutzt hätte, wäre ich nicht, wie ein Blitz aufgestanden, ihm kurz das Gesicht säuberte, um ihn dann in sein Bett zu bringen.

Die Schnuller, mit 1. FC-Köln-Geißbock oder bunten Autos, DAS sind SEINE Exemplare. – Als MEIN Verein „1 FC Nürnberg“, daher im Fußball, in die ERSTE BUNDESLIGA aufstieg, schenkte ich ihm deshalb ein Paar rot-weißer Socken und zog sie ihm vor dem Abholen noch schnell an. – Seine Eltern waren zwar leicht überrascht, aber verstanden den kleinen Joke zum Glück dann auch im Positiven! 🙂

Die Schnuller von Sonia sind übrigens, zur Unterscheidung, mit roten Herzchen und Feen-Bildchen verziert. – Ja, und wehe einer dieser 10 Knirpse kriegt, zum Schlafen, sein Kuscheltier nicht mit dazu gelegt. – Wo ist dieser (plüschige) Fuchs nochmal? – Ach hier, auf dem Wickeltisch! … – Johnny geht nie ohne ihn schlafen.

Manchmal bringt seine Mutter schon einen Zweiten mit in die Kita. Dann nimmt sie, weil der Kleine ihn nicht loslässt, den anderen, der noch im Bettchen liegt, still und heimlich wieder mit nach Hause.
Ja, ich habe viel gelernt über dieses ganz „spezielle“ Alter. Und wirklich: das „Wickeln“ war bei all dem gar nicht das Schlimmste! – Es wurde wie so viele anderen alltäglichen Rituale zur Normalität meiner Arbeite. Wie etwa morgens die Kleinen „in Empfang“ zu nehmen. Sie auf den Arm zu nehmen, zu trösten oder mit einem Bilderbuch bzw. einem Spiel auf dem Bau-Teppich vom Eltern-Abschied abzulenken.

Wenn dann aber, eines Morgens, diese kleine Sonia, von Oma gebracht, sogleich beide Ärmchen nach mir ausstreckt, weil sie mich kennt, mag und zu mir will – DANN sind das Augenblicke, die einfach, DIE Bestätigung bringen, welche dieser Erzieher-Job, immer wieder für jede/n Mitarbeiter/in braucht und sie oder ihn erfüllt und glücklich machen kann! 🙂

Klar, auch wenn so ein kleines Wusel, Dich annimmt, wie Du bist und dann so einfach auf Dich zu rennt, ganz im festen Bewusstsein, dass Du es AUFFANGEN wirst, um es zu beschützen und zu halten. – DAS und viele andere Momente, SIE sind es dann eben immer und immer wieder wert, auch den SCHLIMMSTEN Mittagstisch, immer, und immer wieder, tagtäglich aufs Neue von Nudeln, Reiskörnern, Pudding-Resten und anderem klebrigen Dingsbums zu befreien.

Und diese Belohnung, wenn die Knirpse dann alle selig schlummern, um ihren Mittagsschlaf zu halten, bis sie dann später von Mama, Papa, Oma, Opa oder einer netten Babysitterin abgeholt zu werden.

Tja, DAS ist dieser Job, der neben viel Arbeit, eben auch viel echte Harmonie und Freude bereiten kann! 🙂

Mein 6-monatiges Halbjahr in der Gruppe mit UNTER 3-jährigen Kids hat mich lange Zeit nicht losgelassen. Es dauerte ein paar Monate, bis ich innerlich wieder so frei war, mich meiner neuen Arbeitsstelle und dann wieder den ÜBER 3-jährigen Kindern zu widmen!

Und auch dort, fixierte ich mich gleich ganz intuitiv auf die Jüngsten, um sie vor den wilden Größeren zu beschützen!

Jetzt bin ich also wieder im Kindergarten.

Die Zeit mit den „Wickelkindern“ jedoch bleibt unvergesslich und hat mich, als Mann, der in der Arbeit mit Hort-Kindern, früher immer entgegnete: „ICH? – nö, ICH würde doch NIEMALS mit BABIES arbeiten, nein, danke!…“ heute nicht nur viele wertvolle, ganz neue Erfahrungen, sondern letztlich auch unschätzbare, wundervolle und unvergessliche Erinnerungen geschenkt!…    🙂

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