Ja, und es wechselt, mal wird man von Dieser, mal von Jener winzigen Elfe verfolgt. Sie schweben, still, schnell und leise, oft unbemerkt, tagtäglich und manchmal so willkürlich hinter uns her, in unserem Schatten.

Gestern fiel es mir auf. So ein kleines zerbrechliches Ding verfolgte meinen Kollegen. Sie blieb ihm ganz konsequent auf den Fersen.

Und ER bemerkte es nicht einmal. ER nahm gar keine Notiz von ihr. Von ihrer Treue. Ihrer vorbehaltlosen Zuwendung. Ihrem Vertrauens-Geschenk. Manchmal beim Vorbeilaufen, ein rascher, etwas unsicherer Blick von ihr zu mir, und ich schickte ihr ein schnelles, sanftes Lächeln hinterher. …   🙂

Hoffentlich wird sie von ihm nicht versehentlich verletzt, dachte ich mir! … 😮

ER ist groß, stark wie ein Bär und robust wie ein Elefant. Es würde eine schnelle, allzu abrupte Drehung genügen und, vielleicht, sein Ellbogen würde sie, so leichthin, so zerbrechlich, wie sie ist – mit einem KLIRR! – Nein, eher KNALL! AUH ! 😮 … – kurzum K.O. schlagen! …

Vielleicht sollte ich ihn darauf aufmerksam machen? …  😮

Aber ich habe genug, manchmal zu viel mit meinen eigenen Elfen zu tun. – Kleine Wesen, Jungs und Mädchen, die gerade erst in unsere Kindergartengruppe gekommen sind. – Alles ist noch so NEU für sie. – Manchmal haben sie Angst alleine zur Toilette zu gehen. Manchmal schaffen sie es in der für sie so aufregenden, abenteuerlichen Arena des Kiga-Alltags, auch nicht mehr dorthin zu kommen und WIR, die Großen, müssen ihnen dann frische Kleider anziehen, damit sie gesund bleiben und sich wohl fühlen.

Manchmal brauchen sie aber auch einfach nur einmal kurz eine Schulter zum Anlehnen. – Manchmal wollen sie einfach nur ganz vorsichtig gedrückt und getröstet werden. – Etwas Hilfe beim Zähnchen putzen und Fühler waschen oder beim Flügelchen glätten. – Dann sollten WIR aber auch, wir alle, wir Erzieher und Erzieherinnen, für sie da sein! …

Doch manchmal, leider, und in diesen doofen Corona-Zeiten, noch viel öfter, bemerken wir bei all diesen unseren so neuen, überaus wichtigeren Aufgaben und Regeln, die für uns Große nun gelten, die Kleinen mit ihren kleinen Problemen gar nicht mehr.

Und wir bemerken nicht einmal so eine kleine, winzige, zerbrechliche Elfe, wenn sie still und leise, unscheinbar, wortlos ihre ganze Treue und Freundschaft uns schenkend, unbeirrt, fast unbemerkt, Schutz suchend, hinter uns her schwebt! …

🙁