Wer arbeitslos wird, aus welchen Gründen auch immer, wird sich üblicherweise dann schnellstens wieder auf eine bzw. mehrere NEUE Arbeitsstellen bewerben. 

Als Erzieher ist man da meistens ganz froh, wenn man eine der WICHTIGSTEN Hürden genommen hat, nämlich das Vorstellungsgespräch mit anschließender Hospitation in einem Kindergarten.

Nun, für viele ist das ALLES nur eine reine FORMSACHE. – Für MICH jedoch, war es das NIE! … – Meine Gespräche und Hospitationen waren bislang jedes Mal ein eigenes Abenteuer, so auch das Heutige! … 🙂

Bei einem Kölner Träger, welcher vom Inhalt der Arbeit, also dem Konzept, sehr auf meiner Linie liegt, wurde ich dann schließlich in die Kindergarten-Gruppe geschickt, oder sag ich besser: eingeladen?!… 🙂 

Jedenfalls, hier ein Lächeln, dort ein paar freundliche Worte mit Pädagogen und Kindern gewechselt und schon hatte mich ein kleines 4jähriges Mädchen ins Herz geschlossen. – Als ich so auf dem Spieleteppich saß, kam sie auf mich zu, umfing mich freudestrahlend mit offenen Armen … – und setzte sich auf meinen Schoß! … 

Sogleich ein verdutzter Blick zwischen mir und der Erzieherin, aber uns Beiden fehlten wohl in diesem Moment die Worte. – Jeder von uns dachte sich wohl, wie dieses „Problem“ zu lösen sei! … 😛

Eigentlich crazy, da wird man mal von Jemanden fast sofort und ganz spontan voller Liebe und (Ur-)Vertrauen angenommen und DANN reflektiert man diesen, im Grunde doch herzlichen und schönen Augenblick kaputt! …

Klar, im Kopf schwirrte + schwebte mir dieser tödliche Satz auf die Zunge: „Hey, aber Du KENNST mich doch noch gar nicht!…“ – Doch die Zunge weigerte sich ihn zu verbalisieren!…

Ich erhob mich dann vorsichtig und sagte: „Nun will ich doch mal sehen, was es hier noch so alles gibt…“ – Gesagt. Getan. – Nun, die Kleine und auch einige der anderen Kids begleiteten mich wie eine Mutter, die soeben geschlüpften Küken. …

Es ist eine IRRE Situation. ICH, hinter einer Corona-Gesichtsmaske und die Knirpse munter und spontan bleibend, erzählten mir so ziemlich „alles“ 🙂 … über Name, Alter, Geschwister, Hobbies, und und und … – Es ist eigentlich dann doch wieder wie: im WAHREN Leben! … 🙂

Und doch: mit Corona ist alles eben ein wenig anders! … – Der Tag ging dann auch zu Ende und ich verließ die Gruppe wieder, wobei ein Kind mir nachrief: „Tschüss, bis morgen!“ … 🙂 – Dass ich DA natürlich (noch) nicht wieder kommen würde, konnte bzw. wollte ich, bei so einem netten Gruß, dann auch nicht mehr gerade rücken! …

Was waren noch die Highlights?… – Soll ich von der Gruppeneule erzählen? … oder vom situativen Rollenspiel mit den Püppchen vom Puppenhaus? … 😉 – So vieles.

Ach ja, die Großen Jungs – sie erzählten mir dann noch ihre Berufswünsche. – Auf die Frage: „Was wollt Ihr denn später einmal werden?…“ antwortete mir einer „Pferdeflüsterer!“ und sein Bruder „Saurier-Erforscher!“ – Also „Archäologe“ erwiderte ich, ja, das war auch MEIN Wunsch, als ich KLEIN war! – Was natürlich ein freudiges, kameradschaftliches Lächeln in sein Gesicht zauberte! …

Dass ich ein Fan des Romans „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (von Jules Verne) war und ICH daher nicht unbedingt ausgestorbene Saurier 😛 entdecken und erforschen wollte, sondern magische Höhlen, DAS blieb dann aber unerwähnt. 😉

Tja, so nimmt man bei jedem Vorstellungsgespräch auch immer etwas mit. Egal ob man die Stelle dann bekommt oder später vielleicht eine Andere. – Jede Hospitation ist und bleibt ein individuell erlebtes Abenteuer und so manch Eines  wird für geraume Zeit vielleicht sogar:

Unvergesslich!…   🙂