Zaubergeschichten von Palabros de Cologne

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Stille Nacht, heilige Nacht!?


… der hat es nicht immer leicht, hier einen geruhsamen Schlaf zu finden!… – In Zeiten, wo jeder Altbau, mit dünnsten Zwischenwänden und einfachen, un-isolierten Fenstern, schon alleine eine „Achilles-Ferse“ bietet. – Für all jene Mit-Menschen, die nur mehr egoistisch und selbst-orientiert, ganz willkürlich, irgend etwas FEIERN möchten. …

Ja, der WALKING DEAD verbreitet sich weiter! – Ein zunehmender Wandel der Werte hat schon seit einiger Zeit begonnen und zugenommen.

Ganz selbstverständlich, NIMMT man sich einfach seinen „Freien“ Tag und demonstriert. Unter dem Slogan einer, ach so, engagierten „Friday for Future“ (Jugend) Bewegung … – Aber für WEN oder WAS noch? – Für welche Zukunft?…

Gibt es überhaupt noch einen STOPP für den mittlerweile bereits Einzug haltenden KLIMAWANDEL? – Wer nach dem überstandenen extrem heißen Sommer 2019 noch ganz naiv an etwas, im Positivem, Veränderbarem glaubt, muss wirklich sehr naiv sein! …

Aber zurück zum eigentlichen Thema, nämlich diese „Stillen“ Nächte in Köln, die Einem einst mal „HEILIG“ waren. – Nächte etwa, in denen eine HAUSORDNUNG noch etwas galt.

Streng genommen war und ist die Nachtruhe zwischen 22 Uhr bis 7 Uhr morgens vom Gesetz geregelt. Doch WER, bitte sehr, hält sich heutzutage noch an „GESETZE“ !? … – Oder eben noch an eine „HAUSORDNUNG“ ? …

Selbst wenn man, ganz tolerant und empathisch (nach dem Motto: „Gönnt es ihnen doch!…“), erst ab 23 Uhr oder später, die Opfer-Rolle einnimmt und erst dann, die Polizei ruft.

Die dann bereits innerlich aufgebaute Aggression lässt einen als Betroffener dann auch nicht mehr einschlafen. Zumal die herbei gerufene POLIZEI (bekanntlich ja unser aller „Freund & Helfer) oder dem ORDNUNGSAMT, dann DIE ja auch erst noch „empfangen“ und zur akuten Lärm-Stelle „hingeführt“ werden müssen! – Bis dahin kann aber dann schnell auch schon mal bis zu einer weiteren halben Stunde vergehen. Also bis die Beamten dann VORORT eintreffen!

Denn, oft gibt es im Haus (zur Miete) auch KEINEN zuständigen Hausmeister mehr. Also jemanden, den man am Wochenende, im akuten Falle zu Hilfe rufen kann. – Und das von ihm dann nur empfohlene „Protokollieren“ der Tage bzw. der jeweiligen LAUTSTARKEN Nächte, damit der Vermieter letztlich einschreiten kann, wird keine wirkliche Hilfe sein!…

Nun, die Wohnungsnot in Großstädten, wie etwa Köln, veranlasst viele Vermieter aus „normalen“ WOHNUNGEN, solche für WG´s (Wohngemeinschaften) zu machen. – WG´s also mit 3, 4 oder mehr Bewohner/Innen, sprich: eben zumeist: STUDENTEN. – Das macht sich bezahlt! – Diese wiederum FEIERN dann nicht nur EIN- und AUSZÜGE, sondern auch GEBURTSTAGE und andere JUBILÄEN oder ABSCHLÜSSE recht frei, fröhlich und, ja, eben: lautstark!…

Neben regulären Miet-Erhöhungen „bezahlen“ dies aber auch alle anderen Mieter mit einer immer höheren Fluktuation ihrer Nachbarn. – Es entsteht ein Kommen und Gehen, wobei man oft gar nicht mehr weiß, WER eigentlich noch im Hause wohnt und wer NUR zu Besuch ist. …

WAS FOLGT? – Nun, kaum einer will, wenn möglich, lange in solch einem Haus wohnen bleiben, wo sich keiner mehr kennt oder wirklich noch kennen lernt. Wo sich keiner mehr an die elementarsten Regeln, zu denen eben auch RUHEZEITEN gehören, halten will. – Wer kann, wird so schnell als möglich in ein anderes Stadt-Viertel umziehen, wo dann vielleicht das Ganze wieder von Neuem beginnt. …

Als Betroffener überlegt man sich somit die verschiedensten Lösungen:

– Einen Pakt mit dem Teufel eingehen (also eine eigene Bass-starke Anlage kaufen) oder vielleicht passende Ohrhörer? – Die Ohrenstöpsel sind auf Dauer ja auch keine Option.

– Einen Schläger-Trupp engagieren, welcher dort mal einfach die lärmende Anlage (den Besitzer inkl.) etwas zerkleinert bzw. sich endlich den eigenen Waffenschein zu besorgen, um quasi als „selbständige“ Bürgerwehr dem Ganzen ein Ende zu setzen!?

– Ein Flugblatt, zur Unterstützung aller in Frage kommenden Nachbarn, anfertigen und verteilen!?
– … oder sich dann doch einfach in die „Opfer-Rolle“ zu begeben, mit dem Gedanken, dass es trotz zur Hilfenahme der Polizei, ja doch nix nützt, und das Ganze auch IRGENDWANN ja doch mal vorbei gehen wird!?

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr!…“

– Welcher deutsche Dichter schrieb einst diese Worte? – Ja, Eichendorff, war es wohl – oder doch Rainer Maria Rilke? – Egal, denn wer jetzt zur Miete wohnt, ist froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. – Für ein eigenes HAUS reichen die Mittel eh dann meist nicht mehr.

So denn, lasst uns also den Werte-Wandel unserer Zeit einfach MIT-FEIERN! – Gehen wir MIT der Masse dieses WALKING DEAD und schließen wir einfach einen Bund mit dem TEUFEL.

Denn wer HEUTE noch lebt, der lebt, und feiert. Es zählt nur „Wein, Weib und (eben mitunter auch etwas BASS-lastige) Musik! – Und so freut man sich dann auch, wie alle anderen, im JETZT und HEUTE.

Ja, und MORGEN?

HEY, … 😮 … WEN schert es denn?… – MORGEN, das ist dann wieder ein ganz anderer, neuer Tag! … 😉

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1 Kommentar

  1. Rilke, Rainer Maria (1875-1926)

    Herbsttag
    Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
    und auf den Fluren laß die Winde los.

    Befiehl den letzten Früchten voll zu sein
    gib Ihnen noch zwei südlichere Tage
    dränge sie zur Vollendung hin und jage
    die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr
    wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird auf den Alleen hin und her
    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
    —————————————————–
    Doch lebt der einsam Wandelnde am Rhein
    in einer Stadt, die als Colonia bekannt,
    hat er nie triste Einsamkeit gekannt,
    denn dort kennt man des Lebens heiteres Sein.

    Jedoch ist Spass und Freude überall,
    wie die Musik, mit viel Geräusch verbunden.
    Jeder muss für sich selbst erkunden,
    was wichtig ist: die Freud‘ oder der Schall

    Wenn gar der Lärm die Nachbarschaft vergällt,
    die Polizei im Hause Ordnung schaffen muss,
    wenn weiterhin im Hause herrscht Verdruss,
    dann ist dahin die heile Lebenswelt.

    In Kölle heiß‘ et : Jeck loss Jeck elans!
    Stell dich nit aan und drink doch eene mit.
    Kumm doch erin zu uns – die ahl Frau Schmitt
    is och schun do, jenau wie Pützens Hans.
    Wat willste han – e Kölsch oder e Bit.
    ************************************************

    LG Anne

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