Leonie, 5 Jahre, und sie sprach, ja, unglaublich aber wahr: Französisch! … – Für mich ein ganz besonderes Highlight. Zwar verstehe ich im Allgemeinen recht gut diese Sprache, aber sie zu sprechen ist dann doch immer ein ganz eigenes Level. – Und ganz besonders dann noch in der Kommunikation mit kleinen Kindern! … 😉

Aber, als die Mutter, das Einführunggespräch mit der Leiterin führte, durfte ICH sie betreuen. Wouw! Für mich, der auch schon in einer Französisch-Deutschen Nachmittags-Schulbetreuung gearbeitet hatte und zuletzt ein halbes Jahr in einer Spaniisch-Deutschen U3-Gruppe, war DAS dann ja doch nochmals ein ganz dolles „Überraschungs-Ei“.

Nein! – Nicht dass es mich nicht freute. Aber ich hatte überhaupt nicht mit so etwas gerechnet. Es kam einfach von Jetzt auf Gleich, fast so wie der Nikolaus, der dann auch noch ohne Knecht Ruprecht erscheint. 🙂

Na ja, der Vergleich hinkt etwas. Aber egal. Jedenfalls konnte ich sie für ca. eine halbe Stunde betreuen. Und sie auf jeden Fall einmal vor unseren frechsten anderen Kindern beschützen. – Zuerst machten wir uns bekannt. DAS klappte noch recht gut. – Gelobt sei das Schulbuch-Französisch. – Auch die Fragen nach dem Alter und später nach dem Namen unzähliger Spielzeug-Tiere aus Holz, die ich ihr aus einer Spielkiste gab und die sie begeistert nebeneinander aufstellte, wurden verstanden und beantwortet.

Das Kind zeigte sich offen und interessiert für alles um sich herum. Von der Bauecke, wo wir einen Turm bauten, zogen wir um, an den Maltisch. Aus ein paar Strichen und Linien wurden: Ein Ball. Ein Haus. Ein Auto. – Soweit so gut! – Dann fand sie das Puppenhaus und ich reichte ihr die passenden Püppchen und Utensilien dazu. – Sie spielte und war ganz im Spiel eingetaucht. – Und ich?… – Ja, ich beobachtete, schaute zu, warf abundan ein paar französische Bezeichungen dazwischen, welche sie aufnahm und in irgendwelche Sätze integrierte. – Wouw! – Es funktionierte. – WER, so frag ich Euch, freute sich wohl mehr? 🙂

Anschließend fand sie das Teil einer Eisenbahnschiene: eine Brücke. Die ergänzenden Schienen und die Eisenbahn, inkl. Waggons suchte ich ihr auch zusammen. Und Sie? – Sie baute alles zusammen.

Als schließlich die Mutter kam, um mit ihr wieder nach Hause zu gehen, musste noch ihr kleiner, mitgebrachter Teddybär gefunden werden. Aber auch das wurder letztlich geschafft!… – Und recht zufrieden, mit glücklich strahlenden Augen gingen beide nach Hause.

Ja, so dachte ich mir insgeheim – Ja, ganz schön viel für einen, ihren ERSTEN Tag! – Aber WIEVIEL mehr wird noch auf MICH, auf UNS, zukommen, wenn sie dann erst Tagtäglich zu uns kommen wird?

Reichen meine wenigen, lapidaren Französisch-Kenntnisse aus? – Werde ich immer die richtigen Worte finden – und, viel wichtiger noch, werde ich immer VERSTEHEN was sie sagt, wenn sie mit mir sprechen will?… 😮

Oh ja, es war ein Abenteuer und wird noch mehr als nur ein großartiges Weiteres werden. – Aber, seit heute weiß ich mal wieder, dass man niemals: „Das wars!…“ sagen sollte. – Denn im Leben, der Arbeit und dem Alltag eines Erziehers und einer Erzieherin im Kindergarten, wirst Du immer wieder vor neuen ganz unerwarteten, aber immer wieder sehr spannenden Abenteuern und Aufgaben gestellt.

Wer da denkt, er oder sie, hat schon alles erlebt, nö, denkste, das Schicksal mischt die Spielkarten immer wieder neu! – Und die Einsätze sind manchnal niedrig, manchmal hoch, doch am Ende gewinnt man zumindest im Kindergarten immer etwas – und DAS allein schon ist eben besser und schöner als jedes noch so spannende Pokerspiel für Erwachsene!… 🙂

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