Nach dem Eröffnungsgespräch ergab es sich, dass ich – nachdem man mir die Einrichtung gezeigt hatte – ich noch etwas blieb und gleich eine Hospitation daran anschloss.

Wer mich kennt, der weiß meine ziemlich lockere offene Art allen Menschen gegenüber gut einzuschätzen. Der weiß auch, dass ich, sofern ich einmal auf Touren komme, ganz schnell MITTEN im Geschehen bin und fast nie am Rande.

Und nach einigen Fragen zu den Namen der Kinder, zur coolen Sonnenbrille, Bildern auf T-Shirts, Fragen zum speziellen Alltag der Kinder in diesem Kindergarten, und Antworten ihrerseits zum Alter, Geschwistern, von Zuhause etc. kam es recht bald dazu, dass ich mich in einer Gruppe von 10 bis 15 Kindern um mich herum wiederfand. 

Alle waren gut gelaunt. Es gab fröhliches Lachen. Und ein unversiegbares Mitteilen an Informationen der Kinder, mit hie und da Nicken, Antworten und Erwiderungen meinerseits.  …    🙂

Ja, alles schien, für jeden Außenstehenden (Etwa für Eltern, Väter und Mütter) – nun, ich will nicht übertreiben! – aber doch ja: fast wie ein Blick ins Paradies! … 🙂
Nun, so würde ICH mir wohl ein Stück „Paradies“ vorstellen.    🙂

Ein Platz, mit viel Grün, Frei- und Spielfläche im Außengelände. UND: ja, im Großen und Ganzen damit einhergehend, dann auch entspannte und fröhliche Erzieher*innen. – Ein Platz also, wo alle miteinander, Große und Kleine sich einfach wohlfühlen. (Ich hätte mich fast schon innerlich auf diesen Kindergarten eingestellt, auch auf die Unannehmlichkeiten, wie weiter Weg zur Arbeitsstelle, etc. arrangiert) – Ein Team eben, dass mit sich im Einklang ist, und sich aufeinander verlassen kann! …

So schien es mir! – Bis ich dann die 2 Erzieher*innen auf der Bank bemerkte, welche wie in Ritterrüstung (die Fassade wahrend) still und beobachtend da saßen. Eine urplötzliche Aura von Kälte, an diesem ansonsten schönen Sommertag,  ausstrahlend.  – Kein Kind, um sie herum, das etwa daneben sitzt, sich mit ihnen unterhält und ein ungezwungenes, lachendes Miteinander symbolisiert hätte. – Nein! … – Es war die pure Coolness! … – Aber nein, im positiven Sinne „Tough“ zu sein, als Stärke empfunden, das ist in meiner Ehrerbietung dann auch etwas ganz  Anderes!

So löste ich mich von der fröhlichen Kindertraube um mich herum und ging hin zu den Beiden, um kurz nachzufragen. – Aua! … – Die Eine sah mich nur mit solch bösen, todbringenden Blicken an, so als hätte ich einem Kind gerade eine schallende Ohrfeige verabreicht, dass mir allein DAS schon Magengrummeln verursachte. – Die Andere sprach dann ganz DIREKT das Thema an:

„Wie ist es bei Dir mit der Distanz? – Kannst Du auch aus der Distanz heraus arbeiten?  Denn WIR im Team hier machen das so!…“     😮

Ähm, okay, die Frage war legitim! Durchaus. Besonders im Zuge aktueller Medien Debatten um die Kath. Kirche um das Thema Sexueller Missbrauch. Andererseits ist es auch immer wieder ein Totschlag Argument, für jeden männlichen Erzieher.

So dass mir dann doch schon gleich mal die Spucke wegblieb. Es war auch dieser besondere Tonfall (OHNE jegliche melodische Musik), mit der sie es sagte. – Sie war trotz ihres Lächelns, eindeutig „auf Angriff“ artikuliert.

Tja! – Mir lag es dennoch gleich auf der Zunge, etwas in der Art zu erwidern: „Also Distanz halten, heißt bei Euch, möglichst die ganze Zeit auf dem Allerwertesten zu sitzen, die Kinder machen zu lassen, und allerhöchstens einmal ins Geschehen zu springen, wenn wirklich aller höchste Not angesagt ist!?…“

Ihren Nachsatz, der hätte lauten können: „Außerdem mögen wir keinen Rattenfänger von Hameln!…“

Keinen der Leben und Farbe in den Alltag bringt, sicher öfters daher auch einmal im Mittelpunkt steht, aber von Kindern, Eltern und vielleicht manchmal sogar auch noch von Kolleg*innen geliebt und geschätzt würde! … – (Um diese tat es mir dann auch leid, als ich bemerkte, dass ICH deshalb wohl HIER keinen Raum und Platz zur eigenen Entfaltung gefunden habe!)

So werden sie NUN eben weiterhin auf der Suche nach den richtigen Kolleg*innen sein, die dort dann perfekt ins TEAM passen und die fast ständig die eine und andere Bank, als Beobachtungsplatz mit der richtigen Distanz, belegen werden.

Nun viel Glück und Erfolg bei dieser Suche, denn ICH bin das nicht! …  😉